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Brief von CATAS 2010

Chiapas, Dezember 2010

Das Kollektiv CATAS (Autonomes Kollektiv für Solidarische Angepasste Technik) entstand 2006 aus verschiedenen Bemühungen von Gruppen und Individuen, die sich seit 1995 der Installation von Trinkwassersystemen und Angepasster Technologie in indigenen Gemeinden von Chiapas widmen. Der Schwerpunkt unserer Arbeit lag stets auf den Projekten in den Gemeinden und gleichzeitig auf der Forschung auf dem Gebiet der Angepassten Technologie, um mit den neuen Herausforderungen, die immer wieder auftauchen, umgehen und die Menschen, mit denen wir arbeiten, unterstützen zu können. Auf diesem Weg, den wir mit den Gemeinden beschritten haben, ist es uns gelungen, nachhaltige ökologische Systeme unter anderem in den Bereichen Hygiene, Produktion und Energieersparnis, Versorgung mit und Aufbereitung von Wasser und alternative Bauweise zu entwickeln.

Die Projekte standen und stehen stets im Zusammenhang mit unserer Art des Denkens und Handelns. Ziel ist es, die Entwicklung und Autonomie der Gemeinden zu fördern, damit sie nicht von Programmen der Regierung und Interessen anderer, die nicht zu ihrem Nutzen sind, abhängig werden. Außerdem steht die kollektive Arbeit im Mittelpunkt, um die Einheit der Gemeinde zu stärken. In diesem Sinne werden die Arbeiten stets von einer technischen Ausbildung begleitet, damit die Gemeinde diese Projekte in absehbarer Zukunft unabhängig und auf sichere Weise eigenständig durchführen kann.

Wenn wir auf las laufende Jahr zurückblicken, können wir unter den durchgeführten Aktivitäten folgende hervorheben: Die Ausbildung eines Teams von TechnikerInnen für Trinkwassersysteme in der Zone Morelia, die bereits weit fortgeschritten ist und entsprechend der Zielvorstellungen erfolgreich verläuft. In naher Zukunft wird die Zone über ein TechnikerInnenkomitee verfügen, das umfassend dazu ausgebildet ist, topografische Studien durchzuführen und integrale Trinkwassersysteme zu entwerfen und umzusetzen.

In einem anderen Arbeitsbereich haben wir zu fahrradbetriebenen Maschinen gearbeitet und Ausbildungen realisiert, indem wir Workshops mit indigenen Gemeinden durchgeführt und an lokalen alternativen Messen teilgenommen haben. Parallel dazu haben wir uns der Abwasserreinigung, der ruralen Elektrifizierung, ökologischen Trockentoiletten und Solaranlagen (Photovoltaikanlagen und thermischen Anlagen) gewidmet.

In unserer Arbeit legten wir einen Schwerpunkt auf die Geschlechterproblematik. Hier können wir z.B. auf die Unterstützung beim Bau zweier Hebammenzentren in San Cristóbal de las Casas und den Bau besserer Küchenherde in Workshops mit indigenen Frauen verweisen.

All das wäre nicht möglich gewesen ohne unsere Werkstatt- und Büroräume, die wir in kollektiver Anstrengung unterhalten. Hier koordinieren, realisieren und planen wir unsere Aktivitäten und probieren uns an neuen Aufgabenfeldern.

Im Jahr 2011 planen wir, unsere Aktivitäten in den verschiedenen Arbeitsfeldern, die sich entwickelt haben, fortzusetzen, wobei wir entschieden haben, unseren Schwerpunkt auf die Problematik der Trinkwasserversorgung und -aufbereitung zu legen. Wir gehen davon aus, dass Wasser ein Grundrecht ist und von grundlegender Notwendigkeit für die Gemeinden und die ganze Welt ist.

Für unser Kollektiv ist es eine Priorität, auf der Ausbildung der Bewohner der Dörfer zu bestehen, damit die Gemeinden die Zukunft und Verantwortung über die Versorgung und Wartung ihrer Wasserquellen in den eigenen Händen halten. Mit diesem Ziel wollen wir die Qualität der Projekte verbessern, die Arbeit professionalisieren und in mehr Zonen arbeiten.

Auch unsere anderen Arbeitsfelder wollen wir nicht aus den Augen verlieren, sondern sie als integrale Arbeiten in Ergänzung der Wasserprojekte zur Unterstützung der Gemeinden kombinieren. Auf diese Weise werden wir weiter in den Bereichen rurale Elektrifizierung, Fahrradmaschinen, bessere Küchenöfen, ökologische Trockentoiletten und anderen Angepassten Technologien ausbilden.

Um unsere Pläne in die Wirklichkeit umzusetzen, brauchen wir finanzielle Unterstützung. Das ist der Grund, warum wir uns an Euch wenden. Der Großteil der Gelder wird für Materialien und Ausgaben benötigt, die in direkter Verbindung mit den Projekten stehen. Ein anderer Teil dient der Deckung grundlegender operativer Notwendigkeiten, so der finanziellen Unterstützung der Mitglieder des Kollektivs und der Deckung der laufenden Kosten der Werkstatt.

Wenn eine Person oder Gruppe interessiert ist, mehr über die Mechanismen und spezifischen Ziele unserer Arbeit zu erfahren, sind wir Vorschlägen gegenüber aufgeschlossen und werden gern Fragen beantworten. Wir vertrauen darauf, gemeinsam einen Weg der gegenseitigen Unterstützung finden zu können.

Wir wollen uns nicht verabschieden, ohne zuvor Dank zu sagen für die Unterstützung, die wir von einigen von Euch in der Vergangenheit bereits bekommen haben und dank derer wertvolle Projekte entwickelt werden konnten.

Wir glauben fest daran, dass es in diesen Zeiten der ökonomischen, ökologischen und sozialen Krise, in der wir leben, wichtiger denn je ist, die Entwicklung und die Autonomie der Gemeinden zu unterstützen und zu fördern und mit den Ressourcen, die unsere Mutter Erde uns zur Verfügung stellt, sorgsam umzugehen.

CATAS